Mcdonald’s und die Medizin

In der McDonald’s-Küche tragen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht so viel Verantwortung wie Gesundheitspersonal. Hygienerichtlinien werden vermutlich strenger eingehalten, aber trotzdem… Die Schuld an der steigenden Fettleibigkeit in der Bevölkerung kann der Konzern nicht um 8,44 Euro Stundenlohn abschieben. „Hättens halt was Gscheits glernt“, sagen da die gelernten Österreicherinnen und Österreicher. Wenns nur so einfach wäre.

Adipositas

Kommt eine Mutter mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 45 mit ihren zwei Kindern mit BMI 35 pünktlich um elf Uhr vormittags zu McDonald’s und bestellt zwei Happy Meals mit Burger, Pommes und Cola Light. Keine Pointe. Aus der Welt der Schlafapnoetherapie ist bekannt, dass es leichter ist, eine Continious Positive Airway Pressure-Maske mit all ihren Nebenwirkungen zu verordnen, als Patientinnen oder Patienten zu bitten, zehn bis 30 Prozent ihres Gewichts abzunehmen. Bei der Happy Meal-Mutter (HMM) entsteht auch das Bedürfnis zu sagen: „Bitte, gehens heim und machens ein Frühstück, egal was, hauptsache sie bringen Ihre Kinder nicht um elf Uhr zu McDonald’s.“ Im Gesundheitswesen würde eine Beschwerde und im Fast Food „Restaurant“ eine Kündigung folgen.

Medizinstudentinnen oder Medizinstudenten mit Ferienjob bei McDonald’s können einfach an ihre zukünftige Karriere denken. Die Kundinnen und Kunden werden so nicht weniger werden, der Umsatz tendiert zu steigen. Eine Win-Win-Situation, das Trinkgeld müssen McDonald’s-Angestellte und Gesundheitspersonal ohnehin ablehnen, Basisfreundlichkeit ist Pflicht und alles andere darüberhinaus ist privates Vergnügen.

Grundsätzliche Manieren

Es gab angeblich Zeiten, da mussten Kundinnen und Kunden von McDonald’s noch direkt bei der Kassa bei einem Menschen bestellen und zahlen. „GIB MA A BIG MAC MENÜ“ wird in südlichen Bundesländern Grußformel, Bestellung und Dank für die Dienstleistung in einem kurzen Einheitssatz zusammengefasst. „Hallo“, „Grüß Gott“ oder „Guten Tag“ waren gestern. „Bitte“ und „Danke“ ist sowieso uncool.

Das Krankenhausäquivalent ist die Geringschätzung der Pflege, das Nichtakzeptieren von weiblichem Ärztpersonal oder das Verlangen nach einem Arzt, der älter als 55 ist. „Sie lassen mich hier sterben, es war noch nie ein Arzt bei mir“, sagen extrem gesundheitskompetente Patientinnen und Patienten.

Wer ist jetzt Patientin oder Patient, und wer ist Kunde oder Kundin?

Cheffinen und Chefs

Das Hauptabendgeschäft beginnt, Abendessen werden eingenommen und Grundlagen für die Beisltour gelegt. Die Schlange an der Kassa reicht bis zum Eingang und die Restaurantbesitzerin oder der Restaurantbesitzer bemerkt: „STOP, da liegt ein Pommes Frites (sic! Ja, die Einzahl von Pommes Frites ist Pommes Frites) am Boden, putz das auf!“ Nach dem Einsatz von Besen und Kehrschaufel folgt die Rückkehr an die Kasse mit der nach der extrem sinnvollen Reinigungsintervention noch längeren Schlange. „Kannst Du nicht schneller arbeiten“, fragt sich die sich ziemlich produktiv einbringende Restaurantleiterin oder der Restaurantleiter. Ja, eh, ich sag jetzt nichts.

Die Chefinnen- oder Chefvisite verläuft ähnlich: „Warum ist der Blutdruck noch nicht gemessen?“ (Weil ich bis jetzt mit Blutabnahmen und Terminvereinbarungen beschäftigt war) „Es tut mir leid.“, „Ja, mir tuts auch leid, willst Du wirklich Arzt werden? Viel Glück, wenn Du nichtmal Blutdruckmessen kannst.“

Erschreckenderweise ist die McDonald’s-Geschichte wahr und die Blutdruckgeschichte sehr kreativ ausgestaltet.

Arbeiten ist großartig.

Die Bezahlung

Offenbar sind McDonald’s-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unsteril. Viele Kundinnen und Kunden werfen nämlich das Geld für ihre drei Bic Mac-Menüs auf den Tresen, um jeglichen Kontakt mit diesen „minderen“ Menschen zu vermeiden.

Im Gesundheitswesen würde das Sinn machen, geht aber eher in die andere Richtung. Ganz ehrlich, wer hat schon irgendwannmal irgendwen beobachtet, die oder der eine Blutdruckmanschette desinfiziert hat? Hoffentlich passiert das im Hintergrund. Trotzdem, jeder Blutdruck der von Medizinabsolventinnen oder -absolventen gemessen wird, ist besser als Pflegeblutdrücke. Praxis und Übung zählt nicht, wir sind in Österreich, der Titel ist alles!

Diplomierte Medizinerinnen und Mediziner, das ist die Realität. Das Medizinstudium ist kein Doktorat, der Dr. med. ein Berufstitel. Gut, dass das keine Sau und kein Schwein weiß. Trotzdem fühlen sich alle wohler, wenn ein diplomierter Mediziner da ist. Hier wird bewusst nur die männliche Form verwendet, weil vor 100 Jahren gabs logischerweise keine weiblichen Ärztinnen. Niki Lauda freut sich.

Fazit

Andreas Schieder will mit Michael  Ludwig um den Wiener Bürgermeister kämpfen. Linke freuen sich, weil dann Großkonzerne wie McDonald’s leiden. Stupmed wünscht viel Spaß.

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